Am 04.01.2002 schrieb die Neuss-Grevenbroicher-Zeitung über uns:

Von Garagenfirma zum bundesweiten Unternehmen

Partyfuchs mit der Nase im Wind

Im zwölften Schuljahr entschied Uwe Hartlieb, dass Rumsitzen, und stures Büffeln nicht sein Ding sind. Als er Mitte der achtziger Jahre buchstäblich den Ranzen an den Nagel hing und das Gymnasium ein Jahr vor dem Abitur verließ, war er an einem Punkt, der leicht zum Beginn eines Scheiterns hätte werden können.
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Inmitten ihres umfangreichen Lagers voller Partybedarf: Uwe Hartlieb (links) und Markus Becker.
NGZ-Foto: M. Reuter

Dass er eine Hotelfachschule besuchte, war anfangs eher die Idee seiner Eltern als die eigene. Schon während des Wehrdienstes hatte er den Plan, sich selbständig zu machen. Buchstäblich in seinem Ex-Kinderzimmer eröffnete er 1989 seine eigene Firma: ein Computer, sowie 80 Sätze Besteck und Geschirr waren der Grundstock, den er mit Hilfe eines - längst zurückgezahlten - Existenzgründerkredits anschaffte.

Auf dem Weg zu der geplanten Veranstaltungsagentur stellte Hartlieb fest, dass Kunden vor allem an "Party-Hardware" interessiert waren, also an Tischen, Zelten und Geschirr und allem, was es braucht, wenn scharenweise Gäste kommen und feste oder festlich gefeiert wird.

In den ersten zwei Jahren gelang es ihm, sein kleines Unternehmen im Kreis Neuss und der näheren Umgebung zu etablieren. 1991 fand nicht nur Geschäftspartner Markus Becker dazu, sondern gab es auch einen überraschenden Anruf aus Leipzig. Eher verzagt bat ein Branchenkollege aus dem Osten den "Partyfuchs" um Rat.

Wenig gefragt war der Partyservice des ehemaligen DDR-Bürgers bei seinen ostdeutschen Landsleuten. Statt ängstlich Konkurrenz zu befürchten, fuhr Hartlieb kurzerhand nach Leipzig, half dem Kollegen dabei, Werbebriefe zu schreiben und wusste auch vielversprechende Adressaten: Angesichts des regelrechten Baubooms Anfang der 90er Jahre boten sie gemeinsam den westlichen Investoren Gelegenheit, den ersten Spatenstich oder das Richtfest für ihre neuen Ostfilialen entsprechend zu feiern.

Drei Tage nach Hartliebs Rückkehr aus Leipzig kam ein erneuter Telefonanruf. Diesmal war es allerdings ein regelrechter Hilferuf des Leipzigers, der die zahllosen Anfragen alleine nicht bewältigen konnte. Auf diese Weise begann eine Zusammenarbeit, die durch die Gründerstimmung der frühen 90er Jahre zum Erfolg wurde. Für Hartlieb und seinen Neusser Geschäftspartner Becker war es zugleich der Einstieg in das Franchise-System: Wie McDonald's und andere Franchiser gibt der Vorster "Partyfuchs" dabei Konzept, Erfahrung und den eigenen Firmennamen an selbständige Existenzgründer weiter.

Wer kein Eigenkapital besitzt, aber viel Einsatzwillen, kann so schnell eine eigene Geschäftsstelle von "Ihr Partyfuchs" aufmachen. Auf diese Weise entstanden bis heute zusätzlich zur Vorster Zentrale und der Düsseldorfer Geschäftsstelle, die Hartlieb und Becker selber betreiben, bundesweit fünfzehn Geschäftsstellen des "Partyfuchses".

Vorwiegend in den neuen Bundesländern und in Nordrhein-Westfalen steht die "Party-Hardware" vom Sonnenschutz bis zum komfortablen Großzelt, die jederzeit und fast überall ein geselliges Miteinander ermöglichen. Derzeit laufen Verhandlungen mit einem neuen Partner in Koblenz.

"Was noch fehlt, ist der Norden und der Süden Deutschlands", erklärt Uwe Hartlieb und fährt gelassen fort: "Zu einem Engagement dort hatten wir bisher einfach noch keine Zeit, das kommt aber noch." Derzeit haben Hartlieb, Becker und ihre insgesamt sieben Mitarbeiter die übliche dreimonatige Ruhepause im Winter

Schon ab März aber brauchen sie jedes Jahr vier zusätzliche Kräfte, die Zelte standsicher aufbauen, Tische und Geschirr transportieren. Optimistisch schauen beide trotz Rezession in die Zukunft: "Lediglich der 11. September hat sich vorübergehend bei uns ausgewirkt," erzählt Hartlieb, "ansonsten sollte man viel weniger jammern und einfach positiv in die Zukunft schauen" ist seine klare Devise.
KaTse